Fragen & Antworten

Fragen & Antworten - Busbeschleunigung Hamburg

Hier finden Sie nach Themen sortiert Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen zur Busbeschleunigung.


1. Warum Busbeschleunigung?


Hamburgs Bevölkerung wächst. Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt und nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Es ist davon auszugehen, dass sich die jährliche zwei- bis drei-prozentige Zunahme der Fahrgäste im ÖPNV der vergangenen Jahre weiter fortsetzen wird.

Auf stark belasteten MetroBus-Linien sind die Busse in den Hauptverkehrszeiten bereits heute häufig überfüllt. Wenn dies regelmäßig auftritt, werden zusätzliche Fahrten angeboten und/oder größere Fahrzeuge eingesetzt. Bislang konnte die gestiegene Nachfrage im Busverkehr so bewältigt werden. Eine weitere Taktverdichtung ist nur möglich, wenn das Ein- und Aussteigen an den Haltestellen zügiger erfolgt und die Busse im Stadtverkehr ungehinderter fahren können. Dafür muss das Bussystem insgesamt modernisiert werden, z. B. durch den Umbau von Haltestellen oder die Einrichtung von Busvorrangschaltungen an Ampeln. Der Senat hat das Programm zur Busbeschleunigung aufgelegt, um mit vielen Einzelmaßnahmen die Kapazitäten der stark frequentierten MetroBus-Linien zu erhöhen. Außerdem wird Barrierefreiheit an den Haltestellen geschaffen.


2. Wo?


Nach welchen Kriterien wurden die Linien für die Busbeschleunigung ausgesucht?
Kriterien für die Auswahl der Linien sind vor allem die Anzahl der Fahrgäste und die Reisegeschwindigkeit. Wo bereits heute eine hohe Nachfrage und niedrige Reisegeschwindigkeiten bestehen und dort wo in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Fahrgastzahlen verzeichnet werden konnte, besteht zuerst Handlungsbedarf.

Welche MetroBus-Linien werden im ersten Schritt optimiert?
Das Maßnahmenpaket A umfasst den gesamten Streckenverlauf der MetroBus-Linien 2, 3, 5, 6, 7, 20 und 25. Die Linien 4 und 21 wurden im Bereich Eidelstedter Platz ausgebaut.

3. Wie und Was?


Was sind die wichtigsten Maßnahmen, um den steigenden Fahrgastzahlen im Busverkehr gerecht zu werden?

  • die konsequente Bevorzugung von Bussen an Kreuzungen und Ampeln,
  • die Einrichtung von neuen Busspuren und busfreundlicher Umbau von Kreuzungen,
  • der Ausbau der Haltestellen und Einrichtung von Bus-Kaps,
  • Einsatz größerer Busse.


Kann bei gleichem Fahrzeug- und Personaleinsatz die Kapazität des Busverkehrs steigen?
Wenn ein Bus seine Fahrtstrecke zügig absolviert, kann er schneller für weitere Fahrten eingesetzt werden. Mit gleichem Personal-und Fahrzeugeinsatz wird so ein dichterer Takt gefahren. Bei konsequenter Reisezeiteinsparung können bis zu 20 Prozent Kapazitätssteigerung erreicht werden.

Welche Maßnahmen reduzieren die Bildung von Bus-Pulks bei hoch frequentierten Linien?
Geeignete Maßnahmen sind

  • zusätzliche Bussonderfahrstreifen,
  • der Umbau von Kreuzungen,
  • Vorrang für Busse an Ampeln,
  • der Umbau von Haltestellen in Lage, Bauform, Höhe und Länge der Bordsteine.

4. Auswirkungen?


Welche Auswirkungen hat der Rückbau von Busbuchten auf den Verkehrsfluss?
Busbuchten werden nur dann aufgehoben und zu Bus-Kaps umgebaut, wenn dies aus Sicht der Sicherheit und der Verkehrsabwicklung möglich ist. In anderen Städten (z. B. München), wo der Rückbau erfolgte, sind keine gravierenden Störungen der anderen Verkehrsteilnehmer zu beobachten. Ein Bus hält in der Regel nur sehr kurz, zumal sich die Haltezeiten der Busse aufgrund der Buskaps verkürzen.

Der Platzbedarf einer Busbucht ist durch die Ein- und Ausfahrten gegenüber einem Bus-Kap wesentlich größer. Bei Bus-Kaps ist die Gefahr von Falschparkern, mit den damit verbundenen Qualitäts- und Sicherheitseinschränkungen für Busfahrgäste geringer.

Welche Auswirkungen hat die Bevorzugung von Bussen an Ampeln?
Es kann zu längeren Wartezeiten für den querenden Verkehr kommen. Das im Vergleich zum Autoverkehr klimaschonendere und flächeneffizientere Transportsystem Bus wird damit gezielt begünstigt. Busse können teilweise bis zu 120 Autos ersetzen, die ansonsten im Straßenraum unterwegs wären.


Mit welchen Beeinträchtigungen ist während der Bauzeit im ÖPNV zu rechnen?
Wie bei anderen Straßenbaumaßnahmen, wird es auch bei der Busbeschleunigung zu Behinderungen während der Bauzeit kommen. Diese betreffen sowohl den Auto-, Lkw-, Radverkehr, als auch die Fahrgäste des Busverkehrs und Fußgänger. Es sollen möglichst alle Bushaltestellen auch während der Bauzeit angefahren werden.

Was wird getan, um die Auswirkungen der Baustellen möglichst gering zu halten?
Die Sperrzeit von Fahrstreifen oder Straßen wird auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt oder an Wochenenden ausgeführt. Radfahrer und Fußgänger können die Baustellen jederzeit passieren. Für die Busse werden ggf. Ersatzhaltestellen eingerichtet. Von Baumaßnahmen betroffene Geschäfte werden während der Bauzeit erreichbar sein, es kann im Einzelfall jedoch zu Lärmbelästigungen und Umwegen für die Kunden kommen. Finden während der Bauzeit größere Veranstaltungen statt (z. B. Straßenfeste), werden die Bauarbeiten für diese Zeit unterbrochen. Auch das Weihnachtsgeschäft soll durch die Baustellen nicht beeinträchtigt werden.


Erfolgt die Busbeschleunigung zu Lasten der Verkehrssicherheit?
Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen hat oberste Priorität. Für Gefahrenschwerpunkte werden geeignete Lösungen entwickelt.

Bringt die Busbeschleunigung Nachteile für die übrigen Verkehrsteilnehmer?
Alle geplanten Maßnahmen werden daraufhin geprüft, welche Auswirkungen sie auf andere Verkehrsteilnehmer haben. Der Vorrang für Busse an Ampeln darf z. B. den Fußgänger- und Radverkehr nicht unverhältnismäßig beeinträchtigen. Die positiven Effekte der Busbeschleunigung für andere Verkehrsteilnehmer (z. B. durch weniger Staus) werden berücksichtigt. Grundsätzlich können Beeinträchtigungen für andere Verkehrsteilnehmer nicht gänzlich vermieden werden, sie werden jedoch möglichst begrenzt.

5. Alternativen?


Was sind die Alternativen zur Busbeschleunigung bei weiter wachsenden Fahrgastzahlen?
Es gibt derzeit keine finanziell machbare und zeitlich realistische Alternative zur Busbeschleunigung. Insbesondere die stark befahrenen MetroBus-Linien stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Bei insgesamt zunehmendem Verkehr würden die Busse ohne die angeführten Maßnahmen immer häufiger im Stau stecken und Verspätung haben. Nur wenn der öffentliche Verkehr verlässlich und pünktlich ist, kann er eine Alternative zum umweltbelastenden und platzraubenden Autoverkehr sein.